Facebookgate – Schmutzkampagne gegen Google aufgedeckt
Facebook hat eine PR-Agentur beauftragt, kritische Berichte über den schlechten Umgang von Google mit Nutzerdaten medienwirksam zu platzieren. Die Schmutzkampagne flog auf. Facebook muss sich nun harsche Kritik gefallen lassen.
Der Schuss ging nach hinten los: Facebook beauftragte die namhafte PR-Agentur Burson-Masteller, immerhin die fünftgrößte Agentur in den USA, Artikel und Kommentare in bekannten US-Medien zu platzieren. Thema: Googles schlechter und freizügiger Umgang mit Nutzerdaten mit Fokus auf den neuen Dienst Google Social Circle, der das Google-Konto mit verschiedenen Netzwerken, darunter auch Facebook verbindet.
Der Auftraggeber sollte dabei nicht genannt werden. Dies kam Privatsphären-Aktivist Christopher Soghoian merkwürdig vor. Er sollte für Kampagne gewonnen werden und veröffentlichte die Anfrage von Burson-Marsteller im Internet. Wörtlich steht dort, dass “Google eine bekannte Historie, die Privatsphäre amerikanischer Internetnutzer zu verletzen”. Google sammele und speichere Millionen persönlicher Informationen aus verschiedenen Online-Diensten, werte diese aus, ohne dass die Betroffenen dies mitbekommen oder kontrollieren könnten, heißt es weiter. Damit trat der Privatsphären-Aktivist eine Kettenreaktion los, an dessen Ende Facebook schnell zugeben musste, dass sie dahinter stecken.
Nun muss sich Facebook allerlei Häme und Kritik gefallen lassen. Das Vorgehen sei “heuchlerisch”, “hinterlistig” oder einfach nur “richtig, richtig dumm”. Gerade weil Facebook in vielen Augen keinen Deut besser beim Umgang mit Nutzerdaten ist, bekommt das Netzwerk nun den Schmutz ab, den es eigentlich auf Google werfen wollte.
Der Image-Schaden lässt sich zwar nicht abschätzen er könnte aber durchaus schmerzhaft für das milliardenschwere Internetunternehmen werde. So ist der Sympathiebonus von Facebook als vermeintlicher Underdog mit dieser hinterlistigen PR-Aktion schon einmal abhanden gekommen.

(kf)
