Wertlose Jobgarantie – HSV entlässt erfolglosen Oenning
Nach der fünften Niederlage im sechsten Spiel hieß es von HSV-Sportchef Arnesen noch, dass der HSV weiter mit Trainer Michael Oenning arbeiten wolle. Am späten Montagnachmittag war dieses Jobversprechen aber schon Schnee von gestern. Der Hamburger Sportverein setzte Oenning vor die Tür. Nachwuchstrainer Rodolfo Cardoso übernimmt fürs Erste den Trainer-Job.
Die Bilanz von Trainer Michael Oenning war katastrophal. In insgesamt 14 Pflichtspielen konnte der HSV nur einmal siegreich vom Platz gehen. In der noch recht jungen Saison bedeutet das für den Bundesliga-Dino den letzten Platz mit einem mickrigen Punkt auf dem Konto – nach sechs Spielen. Die Abstiegsangst geht in Hamburg um.
Beobachter haben angesichts dieser Zahlen längst mit einer Entlassung Oennings gerechnet. Zumal der Trainerjob in Hamburg eh als Schleudersitz gilt mit insgesamt acht Trainern in acht Jahren. In Kommentaren zu der Entlassung wird allerdings kritisiert, dass Arnesen vorher einen offensichtlich wertlosen Treueschwur zum nun beurlaubten Chef-Trainer aussprach. Oenning sei am Sonntag noch “Plan A, B und C” gewesen.
Am Montagnachmittag wurde über eine kurze und knappe Pressemitteilung verschickt, in der sofortige Entlassung Oennings verkündet wurde. Übergangsweise mimt Rodolfo Cardoso, ehemaliger Spieler und seit sechs Jahren Nachwuchstrainer des HSV, den Coach. Unterstützt wird er dabei von Frank Heinemann, der bereits Co-Trainer unter Oenning war. Eine Dauerlösung soll dies nicht sein, wie Arnesen auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz klarstellte: “Wir haben Rodolfo klar gesagt, dass er so lange Cheftrainer ist, bis wir den neuen Trainer gefunden haben”.
Doch wer soll das sein? Die HSV-Führung wollte noch keine Namen nennen, sondern beschrieb lediglich das Anforderungsprofil: “Wir suchen einen Trainer, der unsere bisherige Philosophie vertritt, der mit jungen Leuten umgehen und der sich mit dem vollzogen Umbruch identifizieren kann”. Dabei gehe es nicht darum eine möglichst schnelle Lösung zu finden, sondern eine möglichst gute.
Egal, wer den Job übernimmt, er wird es nach dem radikalen Umbruch und einer stark verunsicherten Mannschjaft äußerst schwer haben, den HSV wieder aus dem Tabellenkeller zu führen.

Ein Sieg in 14 Spielen. Der HSV feuerte den erfolglosen Oenning. Dies ist der achte Trainer in acht Jahren. (Quelle: flickr.Mark Max Henckel).
(ra)
