Vuvuzelas begleiteten Wulffs Großen Zapfenstreich
Am gestrigen Donnerstagabend fand der Große Zapfenstreich für Ex-Bundespräsident Christian Wulff in Berlin statt. Neben den rund 200 geladenen Gästen versammelte sich vor dem Schloss Bellevue eine Schar von wütenden Bürgern, die den Zapfenstreich durch Vuvuzela-Lärm und laute Proteste störten.
Insgesamt 369 Gäste sind zum Großen Zapfenstreich anlässlich der offiziellen Verabschiedung von Christian Wulff eingeladen worden. Davon haben allerdings etwa 160 abgesagt. Unter ihnen auch viele prominente Gesichter der Politik wie zum Beispiel vier seiner Vorgänger im Bundespräsidentenamt. Der offizielle Gastgeber der Veranstaltung war Bundesratspräsident Horst Köhler. Zu den geladenen und auch erschienenen Gästen zählten Angela Merkel, Philipp Rösler und Norbert Lammert.
Vor den Toren des Schlosses Bellevue, wo der Große Zapfenstreich für Wulff stattfand, machten sich zahlreiche Wulff-Kritiker lautstark bemerkbar. Ausgerüstet mit Vuvuzelas, Pfeifen und Hupen versuchten sie, die Veranstaltung in den Gärten des Schlosses zu stören. “Schande, schande, schande” riefen viele der Beteiligten. Die Polizei versuchte zwar einzugreifen, dennoch ließen sich die Wulff-Gegner nicht zurückweisen.
Der Große Zapfenstreich verlief unterdessen wie geplant. Die Kapelle spielte die von Wulff gewünschten vier Lieder, darunter “Somewhere over the rainbow”. Nach Angaben von Peter Hintze (CDU/CSU), war der Lärm der Kritiker draußen zwar zu hören, dennoch waltete “Ruhe und Würde” bei der Veranstaltung.
Nach einer knappen Dreiviertelstunde war alles vorbei. Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff verkündete jedoch, dass er sich auch noch weiterhin für das Land einsetzen wolle. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt unterdessen weiter gegen Wulff: der Ausgang der Ermittlungen ist bislang noch nicht klar. Auch die Debatten der Kritiker um den Ehrensold, den Wulff ihrer Meinung nach nicht erhalten darf, reißen nicht ab.
(dt)

