Timoschenko von Gefängnis in Klinik gebracht
Die verurteilte Oppositionsführerin Julia Timoschenko ist aus ihrer Gefängniszelle in Charkow in ein lokales Krankenhaus der Ukraine verlegt worden. Die 51-Jährige hat ihren Hungerstreik beendet und will nun ihre Krankheit behandeln lassen. Der zuständige Arzt wird allerdings kein Landsmann sein.
Die inhaftierte Julia Timoschenko will heute ihren Hungerstreik beenden. Nachdem sie seit dem 20. April die Nahrungsaufnahme verweigert hat, wird sie heute mithilfe ärztlicher Betreuung wieder “aus dem Hungerstreik geführt” wie der Focus berichtet. Dazu wird sie ihre Gefängniszelle vorübergehend verlassen und in einer örtlichen Klinik untergebracht. Der verantwortliche Arzt ist der deutsche Neurologe Lutz Harms, der aus der Berliner Charité in das ukrainische Eisenbahner-Krankenhaus von Charkiw angereist ist, um Timoschenko zu behandeln.
Die 51-Jährige hat sich bis zuletzt dagegen gesträubt, sich von Ärzten der Ukraine behandeln zu lassen. Zu groß war ihre Angst, vergiftet zu werden. Auf den Umzug in ein Krankenhaus hatte sich Timoschenko im Vorfeld nur unter bestimmten Bedingungen eingelassen. “Sie hat ihrer Verlegung nur zugestimmt, weil Harms sie behandelt und ständig an ihrer Seite bleiben wird”, so Timoschenkos Tochter Jewgenija.
Die Genesungsdauer der Oppositionsführerin beträgt nach Angaben ihrer Tochter etwa zwei Wochen. Ohne rasche Behandlung drohen Timoschenko bleibende Schäden. Verantwortlich für die Notwendigkeit einer Behandlung ist ein Bandscheibenvorfall, an der die Inhaftierte leide.

Oppositionsführerin Timoschenko wurde aus ihrem Gefängnis in eine Klinik gebracht (Quelle: Flickr/dierk schaefer)
(dt)
