Sozialist Hollande gewinnt Präsidentschaftswahl
Nach dem Sieg von François Hollande über Nicolas Sarkozy wird künftig ein Sozialist die Geschicke Frankreichs lenken. Damit nehmen 17 Jahre konservativer Regierung ein Ende. Der politische Machtwechsel wird künftig auch Einfluss auf die deutsch-französische Beziehung haben.
Mit knapp 52 Prozent haben die Franzosen gestern François Hollande in einer Stichwahl zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Der 57-Jährige löst damit den bisherigen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy ab, der bis Anfang der kommenden Woche den Élysée-Palast räumen muss. Seit der Mitterrand-Ära, die vor 17 Jahren zu Ende ging, steht somit erstmals wieder ein Sozialist an der Spitze Frankreichs.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte während des Wahlkampfs stets dem konservativen Sarkozy ihre Unterstützung zugesichert. Nun bekommt sie mit dem politisch linken Hollande einen neuen Verhandlungspartner. Mögliche Streitpunkte könnten die Diskussion um den EU-Fiskalpakt und der Abzug der französischen Soldaten aus Afghanistan sein. Ein erstes Treffen mit Merkel hat Hollande für den kommenden Sonntag angekündigt.
Schon während des Wahlkampfs übte sich Hollande in Bescheidenheit. Ob er seine Versprechen wirklich umsetzt, wird die Zukunft zeigen. Angekündigt wurden neue Stellen im Bildungswesen, mehr Jobs für Jugendliche, eine Verminderung der Mehrwertsteuer und die Kürzung seines Präsidentengehalts.
Zunächst muss der 57-Jährige darauf hoffen, dass die Sozialisten bei den Parlamentswahlen in vier Wochen die nötige Mehrheit bekommen, um auch die Regierungsmehrheit zu erhalten. Denn dann würde es an François Hollande liegen einen neuen Premierminister zu ernennen.

