Merkels Afghanistan-Besuch von Massaker überschattet
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Montagmorgen zu einem überraschenden Truppenbesuch in Afghanistan eingetroffen. Der Aufenthalt wird allerdings von den neusten Berichten überschattet: Ein amerikanischer Soldat hat laut Angaben mindestens 16 Zivilisten getötet. Es droht Aufruhr im Land.
Angela Merkel ist am heutigen Montag unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen nach Afghanistan gereist, um den dort positionierten Truppen einen spontanen Überraschungsbesuch abzustatten. Merkel informierte sich im Bundeswehrfeldlager Masar-i-Scharif bei den Soldaten über den Einsatz. Zuvor gedachte die Bundeskanzlerin am Ehrenhain den in Afghanistan getöteten Soldaten.
Die Zeit ihres Besuches ist jedoch denkbar kritisch: Wie am Sonntag bekannt wurde, hat ein amerikanischer Soldat im Süden von Afghanistan mindestens 16 Menschen getötet. Der Mann schoss laut Angaben der afghanischen Regierung in der Nacht zum Sonntag wahllos auf Zivilisten. Unter den Opfern sollen sich auch neun Kinder und drei Frauen befunden haben.
Dieser Amoklauf strapaziert das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Afghanistan und den USA noch weiter. Nach Bekanntwerden der Koranverbrennung vor wenigen Wochen ist die Situation zwischen Kabul und Washington denkbar schlecht.
Trotz der befürchteten Krawalle im Land ließ sich Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht von ihrer Reise abhalten. Der “Stern” berichtet, dass der Aufenthalt in Afghanistan bereits vor der Bluttat des US-Soldaten geplant gewesen sei. Dabei hatten die Taliban jüngst nach dem Amoklauf mit Vergeltung gedroht. Auf ihrer Internetseite drohten die radikalislamischen Aufständischen “jeden einzelnen Märtyrer bei den Eindringlingen und grausamen Mördern” zu rächen.
(dt)

