Libyen-Konflikt: Naht Gaddafis letzte Schlacht?
Auch wenn Muammar al Gaddafi im lybischen Staatsfernsehen siegessicher Gegenangriffe ankündigt, verstärkt sich der Druck auf den Diktator zunehmend: Die vorrückenden Rebellen bereiten sich auf ein “Gemetzel” in der Hauptstadt vor – dem Marsch auf Tripolis.
Bereits in der vergangenen Nacht kam es in Tripolis zu weiteren Luftangriffen seitens der NATO, die sowohl im Westen der Stadt als auch rund um den Wohnsitz Gaddafis zu mehreren Explosionen geführt haben sollen. Meldungen zufolge kam bei einem weiteren NATO-Luftangriff in der 50 Kilometer entfernten Stadt Sawija der Bruder des Gaddafi-Regierungssprechers Mussa Ibrahim ums Leben. Die Schlinge um Gaddafis Hals scheint enger zu werden: Zwar gibt es keine genauen Angaben zur Anzahl der kämpfenden Rebellen, geschätzt werden jedoch rund 40 verschiedene Milizen und Gruppierungen, die den Befreiungskampf vorantreiben. In Tripolis soll es demnach zum blutigen Showdown gegen Gaddafi kommen: Mustafa Abdel Dschalil, Rebellenführer, erwartet keinen Rückzug des Diktators – ganz im Gegenteil. In einem Interview gegenüber der arabischen Zeitung “Al-Sharq Al-Awsat” war von einem “Gemetzel”, das er befüchte, die Rede.
Im Gegensatz dazu berichtete der US-Fernsehsenders NBC bereits über konkrete Fluchtpläne Gaddafis: Angeblich plane der Diktator, im nordafrikanischen Nachbarland Tunesien unterzutauchen, wie aus ungenannten Regierungsquellen nun bekannt wurde. Unbestätigte Gerüchte um eine Flucht Muammar al Gaddafis hielten sich in letzter Zeit hartnäckig: Angeblich soll der Machthaber bereits den südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma gebeten haben, ihm und seiner Familie Exil zu gewähren.
Darüber hinaus pflegt Gaddafi seit den 1980er Jahren ein Netzwerk zu Despoten wie Hugo Chávez aus Venezuela, Robert Mugabe aus Simbabwe oder Daniel Ortega aus Nicaragua, auf deren Unterstützung er bis heute zählen kann.
(lh)

