Libyen feiert ersten Jahrestag
Vor genau einem Jahr nahm der Aufstand gegen den libyschen Diktator Muammar Gaddafi seinen Lauf. Zum Gedenken feiern am Freitag tausende Menschen im Land die “Revolution des 17. Februar”.
An mehreren Orten, darunter in der lybischen Hafenstadt Bengasi, wurden Gedenkveranstaltungen angesetzt. Der große Prunk vergangener Tage zeichnet sich dabei nicht ab. Dafür sind deutliche Sicherheitsvorkehrungen sichtbar, da die Organisatoren Anschläge von Anhängern des ehemaligen Machthabers befürchten.
Dennoch wurde der Jahrestag des Revolutionsbeginns zur genüge gefeiert: In zahlreichen Städten zündeten die Menschen Feuerwerke oder veranstalteten Hupkonzerte. Derweil bleibt die Frage, ob der nordafrikanische Staat seinen Weg in die Demokratie findet. Die weitere Entwicklung wird nicht zuletzt darüber entscheiden, was mit den inhaftierten Anhängern Gaddafis geschehen wird.
Muammar Gaddafi wurde nach einem monatelangen Widerstand am 20. Oktober 2011 von Aufständischen in der Hafenstadt Sirte getötet. Zuvor versuchte der Diktator, in einem Autokonvoi aus der belagerten Stadt zu fliehen. Nachdem der Konvoi durch NATO-Flugzeuge unter Beschuss geriet, suchte Gaddafi Schutz in einer Betonröhre, wo er schließlich von Rebellen aufgefunden und gefangengenommen wurde. Die genauen Umstände seines kurze Zeit später eingetretenen Todes sind bis heute unklar. Der Tag, an dem auch Gaddafis Sohn Mutassim Gaddafi ums Leben kam, markiert das offizielle Ende der “Revolution des 17. Februar”.
Gaddafis Sohn Saif al-Islam al-Gaddafi, der neben Mutassim am ehesten als Nachfolger des Vaters gehandelt wurde, wartet unterdessen in der libyschen Stadt Az-Zintan auf seinen Prozess.
(gt)

