Kanzlerin Merkel lobt Wulffs Transparenz
Derzeit wird Bundespräsident Christian Wulff beinahe täglich mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Die Bekräftigung seiner Stellung durch Angela Merkel kommt da gerade recht: Gegenüber den ‘Ruhr Nachrichten’ beteuerte die Bundeskanzlerin nun, dass Wulff sein Amt auch weiterhin “zum Wohl unseres Landes” ausfülle.
Sowohl ‘Spiegel Online’ als auch ‘BILD.de’ heizten die Debatte um die angebliche Vorteilsnahme Christian Wulffs jüngst mit Zusammenfassungen des Skandals auf. Die mittlerweile zwei Monate währende Affäre um kleinere und größere Geschenke scheint somit nicht abzureißen: Zuletzt wurde bekannt, dass Wulffs Unternehmerfreund David Groenewold den Urlaubsaufenthalt in einem Sylter Luxushotel bezahlt hat. Im Nachgang reiste Groenewold abermals nach Sylt, um bei der Herberge alle damit verbundenen Belege einzufordern.
Das Meinungsbild in der Bundesrepublik bleibt derweil ausgeglichen: Nach der jüngsten Forsa-Umfrage von ‘Stern’ und RTL wünschen sich 49% der Bundesbürger einen Rücktritt Wulffs, während 46% ihm auch weiterhin vertrauen. Andere Umfragen legen wiederum nahe, dass bis zu 70% der Bundesbürger Wulff für “nicht ehrlich” halten.
Obwohl der Bundespräsident die Krise offensichtlich auszusitzen scheint und sich nur noch über seinen Rechtsbeistand zu Wort meldet, lobte Angela Merkel die hergestellte Transparenz: “Der Bundespräsident hat Transparenz geschaffen, er hat Hunderte von Fragen beantwortet und auch zu sehr privaten Vorgängen Auskunft gegeben. Diese Offenheit kann meines Erachtens Vertrauen zurückgewinnen helfen”, so das Staatsoberhaupt gegenüber den ‘Ruhr Nachrichten’.
Die Kritik aus anderen politischen Lagern nimmt währenddessen zu: Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sagte gegenüber der BILD-Zeitung, dass Wulffs Präsidentschaft “so oder so beendet” ist. Sollte er dagegen im Amt verbleiben, werden die “Gefälligkeiten reicher Freunde wie Blei an der moralischen Instanz unseres höchsten Staatsamtes” haften bleiben. Bis 2015 wird Deutschland dann ohne einen Präsidenten auskommen müssen, so Künast abschließend. Christian Wulff verbrachte die Hälfte seiner Arbeitswoche in Italien. Der dreitägige Aufenthalt in Rom, Mailand und Bari markiert seinen ersten Staatsbesuch seit dem Beginn der Affäre im Dezember 2011. ”
(gt)

