Joachim Gauck als Bundespräsident verteidigt
Am heutigen Freitagmorgen ist Joachim Gauck als elfter Bundespräsident verteidigt worden. Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler und Pfarrer legte in Berlin auf der gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat einen Amtseid ab. In seiner Antrittsrede rief er die Bürger zu Zuversicht auf und forderte einen starken Sozialstaat.
Nun ist es offiziell: Joachim Gauck ist seit dem heutigen Freitagmorgen fünf Tage nach seiner Wahl neuer Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. In einer feierlichen Zeremonie ist der ehemalige Pfarrer vor Bundestag und Bundesrat verteidigt worden. Als Theologe sprach er neben der von der Verfassung vorgegebenen Eidesformel auch den Zusatz: “So wahr mir Gott helfe.” Gauck wolle, “seine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren und Schaden von ihm wenden”.
Nach dem Eid hielt der 72-Jährige seine erste größere Rede als neues Staatsoberhaupt. “Wir stehen zu diesem Land, nicht, weil es so vollkommen ist, sondern weil wir nie ein besseres gesehen haben”, sagte Gauck. Er wolle die Demokratie stärken und appellierte an die Bevölkerung und die Politik, sich nicht von ihr zu distanzieren. Alle Menschen, die in Deutschland leben, sollen hier zu Hause sein können, so Gauck. Des Weiteren bat der Ex-DDR-Bürgerrechtler darum, dass die Bevölkerung und die Politik Vertrauen in seine Person und seine Amtsführung habe.
Bundestagspräsident Norbert Lammert erklärte, dass die Erwartungen an Joachim Gauck hoch seien. Er werde getragen von einer Woge der Sympathie. Lammert bezeichnete die Wahl des neuen Bundespräsidenten als Zeichen des unaufhaltsamen Fortschritts beim Zusammenwachsen von Ost und West. Lammert bezog sich in seiner Rede auch auf die von Gauck getätigte Aussage, dass dieser weder Superman noch ein fehlerloser Mensch sei: “Das eine ist so beruhigend wie das andere”.
(dt)

