Iran tauscht Öl gegen Gold und Sachwerte
Die iranische Notenbank reagiert auf die bevorstehenden Sanktionen der USA und der Europäischen Union: Künftig akzeptiert das Land auch Fremdwährungen und Gold als Gegenleistung für seine Erdöllieferungen.
Die Maßnahme ist eine direkte Antwort auf verschiedene Sanktionen, die ab Juli 2012 Finanzgeschäfte mit der iranischen Nationalbank verhindern sollen. Zuletzt kündigte die Europäische Union ein entsprechendes Vorgehen an. Bereits Wochen zuvor verboten die USA jegliche Finanzgeschäfte mit dem Land. Auslöser der Sanktionen ist der andauernde Streit um das umstrittene Atomprogramm des Irans: Während Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad auch weiterhin von einer ausschließlich zivilen Nutzung der Atomanlagen spricht, vermuten westliche Geheimdienste und Beobachter eine gezielte Anreicherung waffenfähigen Urans.
Der iranische Notenbank-Chef Mahmoud Bahmani kündigte gegenüber der Nachrichtenagentur “Irna” an, dass sich der Handel mit anderen Staaten fortan nicht mehr auf den US-Dollar beschränken wird. Das Ausland dürfe neuerdings auch in eigener Währung bezahlen. “Wir würden auch vorbehaltlos akzeptieren, wenn ein Land mit Gold bezahlen möchte”, so Bahmani abschließend.
In erster Linie bezieht sich die Umstellung auf den Ölexport des Landes. Damit könnte die bisherige US-Dollar-Dominanz im Ölgeschäft massiv untergraben werden. Bislang wird Erdöl grenzübergreifend fast ausschließlich in der US-Währung gehandelt. Ob andere Länder in Zukunft tatsächlich mit Gold bezahlen werden, ist sicherlich fraglich. Fest steht aber, dass die offenkundige Abkehr vom US-Dollar eine Kampfansage darstellt.
Bereits im Februar soll sich der Iran mit Indien geeinigt haben. Demnach sollen die Ölexporte künftig in Rupien oder in einer anderen Weise bezahlt werden. Auch mit China – einem der Großabnehmer iranischen Öls – soll bereits eine entsprechende Vereinbarung getroffen worden sein. Der Iran selber scheint für seine Importe unter anderem auf Yen auszuweichen: Verschiedenen Berichten zufolge soll der Iran eine Bestellung von 200.000 Tonnen Getreide in der japanischen Währung oder Erdöl gezahlt haben. Die Abwicklung erfolgte scheinbar über Firmen in der Schweiz.
(gt)

