Hollande und Sarkozy bereit zum Kampf um Stichwahl
Am gestrigen Sonntag gewann François Hollande die erste Wahlrunde in Frankreich. Der Sozialist konnte sich gegen seinen Konkurrenten Sarkozy, wenn auch nur knapp, durchsetzen. Aus diesem Grund fordert der amtierende Präsident Frankreichs Hollande nun zu drei Fernsehduellen heraus. Hollande jedoch lehnte diese ab.
Am gestrigen Sonntag begann in Frankreich die erste Wahlrunde zu den diesjährigen Präsidentschaftswahlen. Dabei konnte sich Sozialist François Hollande gegen das amtierende Staatsoberhaupt Nicolas Sarkozy durchsetzen – Wenn auch nur knapp. Mit einem Wahlergebnis von 28,6 Prozent der Stimmen gewann Hollande mit 1,5 Prozentpunkten Vorsprung gegenüber seinem Konkurrenten. Sarkozy jedoch denkt keinesfalls ans Aufgeben.
“Wir können mit Zuversicht in die zweite Runde gehen”, rief der amtierende Präsident nach der Wahl seinen Anhängern kämpferisch zu. “Ich werde alle Energie reinstecken, derer ich fähig bin”, so Sarkozy weiter. “Alles fängt erst an.” Zudem schlug der 57-Jährige seinem Konkurrenten drei Duelle im Fernsehen an. Hollande jedoch lehnte diese ab. Er begründete seine Entscheidung damit, dass ein einziger Fernsehauftritt ihm genüge.
Zu einem überraschend guten Ergebnis kam die rechtsextreme Marine Le Pen: Sie erhielt insgesamt 18 Prozent der Wählerstimmen. Da die Wahlbeteiligung bei etwa 80 Prozent in Frankreich lag, übersteigt Le Pen mit dem Wahlergebnis die vorherigen Erwartungen deutlich. Dennoch sieht sich Hollande weiterhin stark im Vorteil. Er sei “der Bestplatzierte, um der nächste Präsident der Republik zu werden”, so der 57-Jährige gestern.
Falls François Hollande am 6. Mai als Sieger bei den diesjährigen Präsidentschaftswahlen hervor geht, wäre er der erste Sozialist im Elysée-Palast seit langem. Zuletzt im Jahr 1988 war François Mitterrand als Sozialist Präsident von Frankreich geworden. Laut den Umfragen zweier Meinungsforschungsinstitute stehen die Chancen für Hollande jedoch sehr gut: In der Stichwahl könne er mit rund 54 Prozent der Stimmen rechnen, während sein Konkurrent Sarkozy lediglich 46 Prozent erhalten soll.

Grund zur Freude: Hollande konnte die erste Wahlrunde in Frankreich für sich gewinnen (Quelle: Flickr/jmayrault)
(dt)
