02.03.2012, 13:48

Drohender Rechtsdruck aus Frankreich

Nicht nur Nicolas Sarkozy ist dafür bekannt, eine rechts-konservative Linie in seinem Wahlprogramm zu fahren. Im Wettrennen um die Präsidentschaftswahl kämpft derzeit auch die rechtsgesinnte Marine Le Pen um die letzten Unterschriften, um antreten zu können. Nimmt der Rechtsdruck aus Frankreich jetzt Überhand?

Nur noch 48 Unterschriften fehlen der Vorsitzenden der französischen Rechtspartei “Front National”, Marine Le Pen. “Das ist zu viel” behauptet die Französin. Würde Le Pen allerdings diese Unterschriften erhalten, käme sie auf eine Gesamtzahl von 500 und hätte damit das Recht, sich an der Präsidentschaftswahl in Frankreich zu beteiligen. Diese Mindestanzahl an Unterschriften ist der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl ähnlich. Mit dieser Begrenzung soll vermieden werden, dass sich zu viele Kandidaten bei der Präsidentschaftswahl aufstellen lassen.

“Ich habe jetzt 452 Unterstützer. Mir fehlen 48″ erzählte Le Pen am gestrigen Donnerstagabend dem TV-Sender “France 2″. Der rechtsgesinnten Französin blieben außerdem nur noch rund zwei Wochen, um auf eine Gesamtzahl von 500 Unterschriften zu kommen. Falls Le Pen bis zum 16. März diese Stimmen nicht zusammen hat, wäre die Vorsitzende der “Front National” aus dem Rennen der diesjährigen Präsidentschaftswahl ausgeschlossen.

Deshalb appellierte Marine Le Pen jetzt an die “mutigen Bürgermeister”, von denen sie sich weitere Unterschriften erhofft. Die Französin müsse “nicht nur mein Schicksal, sondern auch das Schicksal der französischen Demokratie” einer kleinen Menge an Männern und Frauen anvertrauen.

Falls Marine Le Pen doch noch auf die 500 Unterschriften kommen sollte, hat die ausländerfeindliche Französin unter anderem vor, den Euro wieder durch den Franc als Währung zu ersetzen und die europäischen Verträge neu zu verhandeln. Falls Le Pen die 500 Unterschriften innerhalb der nächsten zwei Wochen erhält, würde dies außerdem bedeuten, dass sich gleich zwei rechte Politiker um das Amt des zukünftigen Präsidenten in Frankreich streiten werden.

Die rechtsgesinnte Marine Le Pen kämpft um weitere Unterschriften (Quelle: flickr/staffpresi_esj)

Die rechtsgesinnte Marine Le Pen kämpft um weitere Unterschriften (Quelle: flickr/staffpresi_esj)

(dt)

Weitere Nachrichten zum Thema "Wahlen in Frankreich"

Sozialist Hollande gewinnt Präsidentschaftswahl

07.05.2012 | 15:41

Wahlen in Frankreich

Sozialist Hollande gewinnt Präsidentschaftswahl

Nach dem Sieg von François Hollande über Nicolas Sarkozy wird künftig ein Sozialist die Geschicke Frankreichs lenken. Damit nehmen 17 Jahre konservativer Regierung ein Ende. Der politische Machtwechsel wird künftig auch ...

Hollande und Sarkozy bereit zum Kampf um Stichwahl

23.04.2012 | 09:53

Wahlen in Frankreich

Hollande und Sarkozy bereit zum Kampf um Stichwahl

Am gestrigen Sonntag gewann François Hollande die erste Wahlrunde in Frankreich. Der Sozialist konnte sich gegen seinen Konkurrenten Sarkozy, wenn auch nur knapp, durchsetzen. Aus diesem Grund fordert der amtierende ...

Hollande will 75 Prozent Reichensteuer für Frankreich

28.02.2012 | 14:51

Wahlen in Frankreich

Hollande will 75 Prozent Reichensteuer für Frankreich

Sollten die Sozialisten bei der kommenden Präsidentschaftswahl in Frankreich die Führung übernehmen, müssen sich wohlhabende Bürger warm anziehen: Kandidat François Hollande stellt eine Reichensteuer in Höhe von 75 ...

Thema "Drohender Rechtsdruck aus Frankreich" kommentieren