Deutsche fordern: Kein Ehrensold für Wulff
Dem ehemaligen Bundespräsident Christian Wulff wurde gestern vom Bundespräsidialamt das Recht auf den Ehrensold von jährlich 199.000 Euro bis an sein Lebensende zugesprochen. Bei einer Umfrage kommt nun heraus: 84 Prozent fordern, Wulff müsse auf das Geld verzichten.
Die gestrige Nachricht darüber, dass der zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff trotz der endlosen Negativschlagzeilen der letzten Wochen und Monate dennoch den Ehrensold bekommen soll, stimmte viele Menschen sprachlos. Die Meinung der deutschen Bevölkerung wird noch deutlicher anhand der Ergebnisse einer Umfrage für den “Deutschlandtrend” der ARD: 84 Prozent der Bürger fordern von Wulff, er müsse auf die 199.000 Euro pro Jahr bis an sein Lebensende zu verzichten.
Erst gestern wurde bekannt, dass ausgerechnet ein guter Bekannter und Vertrauter von Wulff, Lothar Hagebölling, dem ehemaligen Bundespräsidenten den Ehrensold zugesprochen hatte. Heftige Kritik darüber kommt verstärkt aus den Reihen der SPD und FDP: Auch diese fordern, dass Wulff auf die lebenslange Zahlung von fast 200.000 Euro pro Jahr verzichten solle. Der FDP-Haushaltspolitiker Jürgen Koppelin sagte, “es wäre am besten, Herr Wulff würde auf den Ehrensold verzichten oder das Geld an gemeinnützige Einrichtungen spenden. Damit würde er ein Stück seiner Glaubwürdigkeit zurückgewinnen.”
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Peter Danckert weist außerdem darauf hin, dass Wulff den Ehrensold eigentlich sowieso schon deshalb nicht erhalten dürfe, “weil er nach einer peinlichen Affäre unehrenhaft aus dem Amt geschieden ist. Das Wort Ehrensold ist in seinem Fall völlig fehl am Platz.”
Das Bundespräsidialamt hält aber weiterhin an der Meinung fest, dass Christian Wulff aus politischen Gründen seinen Rücktritt bekannt gegeben hätte und somit auch das Recht auf den für ehemalige Bundespräsidenten üblichen Ehrensold über 199.000 Euro im Jahr hat.
(dt)

