Iran angeblich verantwortlich für Anschläge in Bangkok
Nach Angaben thailändischer Behörden haben zwei festgenommene Iraner Anschläge auf israelische Diplomaten geplant. Die beiden werden verdächtigt, mehrere Explosionen in Bangkok gezündet zu haben.
Die Anschläge verletzten am Dienstag fünf Menschen. Zuvor kam es am Montag in Neu-Delhi ebenfalls zu einem Anschlag, bei dem vier Verletzte zu beklagen waren. Ebenfalls am Montag scheiterte ein ähnliches Vorhaben in Georgien. Ob es zwischen den drei Vorfällen einen Zusammenhang gibt, steht offiziell noch nicht fest.
Thailändische Sicherheitsbehörden legen jedoch die Vermutung nahe, dass die Anschlagsserie israelischen Diplomaten galt. So sollen die festgenommenen Iraner konkret Einzelpersonen ins Visier genommen haben. Der thailändische Geheimdienst stellte fest, dass ein Sprengsatz an ein Diplomatenfahrzeug geheftet werden sollte. In diesem Zusammenhang sprach ein hochrangiger Geheimdienstmitarbeiter von einem “Mörderteam”, das israelische Diplomaten als “Zielscheibe” auserkoren hatte.
Israel reagierte prompt und machte den Iran für die Anschläge in Indien, Georgien und Thailand verantwortlich. So erklärte der israelische Botschafter in Thailand, dass die Sprengsätze in Bangkok den in Indien und Georgien gefundenen Bomben ähnelten. Der Iran bestreitet eine Verwicklung in die Vorfälle.
Fest steht, dass sich die beiden festgenommenen Iraner zusammen mit einem dritten Komplizen in einem Haus im Bangkoker Stadtteil Phra Khanong aufhielten. Nachdem dort eine Bombe explodierte, flüchteten die drei vom Tatort und suchten ein Taxi. Als kein Fahrzeug anhalten wollte, hat einer der Iraner eine Granate geworfen. Im nächsten Schritt soll er einen weiteren Sprengsatz auf ein Polizeifahrzeug geworfen haben. Dieser prallte jedoch ab und explodierte neben ihm. Dem Mann wurden dabei die Beine abgerissen.
Nach Auskunft des thailändischen Außenministers Surapong Tovichakchaikul wurden die beiden Männer bereits wegen versuchter Tötung und dem Hervorrufen einer illegalen Explosion an einem öffentlichen Ort angeklagt. Auch er sieht Parallelen zu dem Anschlag in Indien. Großbritannien und die USA haben im Zuge der Anschläge ihre erst kürzlich aufgehobenen Einreisewarnungen wieder erneuert.
(gt)

