Stiftung Warentest bilanziert – Die Bahn häufig zu spät
Über 1,3 Mio. Ankunftszeiten an 20 Bahnhöfen wurden von Stiftung Warentest berücksichtigt. Die Bilanz der Untersuchung ist ernüchternd: Jeder dritte Fernzug hat sechs bis 30 Minuten Verspätung. Die Bahn kennt die Zahlen schon länger, hat aber versucht sie geheim zu halten.
Die Bahn ist unpünktlich. Dies geht aus einer Untersuchung der Stiftung Warentest hervor. Jeder dritte Fernzug hat sechs bis 30 Minuten und mehr Minuten Verspätung. Die Statistik bestätigt damit, was viele Bürger über die Zuverlässigkeit der Bahn denken. Die mangelnde Zuverlässigkeit wird durch einen weiteren Punkt gesteigert. Denn die Regionalzüge warten nicht mehr auf Anschlussreisende. Somit müssen viele Passagiere einen unliebsamen Zwischenstopp machen.
Immerhin sind die Regionalzüge deutlich pünktlicher. In der Regel sind diese Züge nur halb so oft verspätet im Vergleich zu den Fernzügen. Doch gerade bei Verkehrsknotenpunkten, wie beispielsweise Hamburg, sind durchschnittlich 38% der Regionalzüge verspätet und damit auf dem Niveau der Fernzüge.
Das Präkäre daran ist, dass laut Stiftung Warentest die Bahn die Statistik über die Pünktlichkeit geheim halte, “obwohl sie über die „Ist mein Zug pünktlich?“-Webseite auf www.bahn.de ermittelt wurde”, wie es in der Pressemitteilung heißt. So habe die Bahn auch dem Bundesverkehrsministerium die genauen Zahlen verschwiegen. Im Winterbericht soll die Bahn geschrieben haben, dass die Pünktlichkeit im Fernverkehr tageweise unter 70% gesunken sei. De facto habe die Pünktlichkeit im letzten Winter diese Marke an jedem Tag aber deutlich unterschritten.

(kf)
